Kurz gesagt: Wer im Gastraum Musik abspielt, die für Gäste hörbar ist, braucht dafür eine Lizenz der GEMA, und zwar vor dem ersten Abspielen. Ein privates Spotify-Konto ersetzt sie nicht, denn Spotify erlaubt dieses Konto nur für persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung. Die GEMA bietet Gastronomen drei Pakete an, deren Preis von den bespielten Räumen abhängt.
Dies ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall wenden Sie sich an die GEMA, an Ihre IHK oder an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
Brauche ich als Gastronom eine GEMA-Lizenz?
Ja, wenn die Musik öffentlich läuft. Die GEMA schreibt dazu: «Music is considered to be public if it is accessible to a not entirely small number of people.» Als Hintergrundmusik gilt Musik, die an einem Ort regelmäßig und wiederholt gespielt wird; Konzerte, Partys und Sportübertragungen gehören dagegen zu den Veranstaltungen. Den Grund nennt die GEMA auf ihrer Gastronomie-Seite: «Das Recht auf eine angemessene Vergütung ist im Urheberrecht gesetzlich festgelegt.» Mit der Lizenz vergüten Sie also die Urheber der Musik, die bei Ihnen läuft.
Welche GEMA-Pakete gibt es für die Gastronomie?
Für Restaurants, Cafés und Bars bietet die GEMA laut ihrer Gastronomie-Seite drei Pakete an:
- Gastronomie S («24/7 Lieblingslieder abspielen»): Radio sowie Audiostreaming und Tonträger, zum Beispiel CD.
- Gastronomie M («Zeigen Sie die großen Sportevents»): zusätzlich TV-Großbild über 65 Zoll.
- Gastronomie L («genießen Sie alles inklusive»): zusätzlich Videostreaming und DVD.
Welches Paket zu Ihnen passt, hängt davon ab, was in Ihrem Lokal läuft. Läuft nur Radio und Musik aus einer Anlage, deckt das erste Paket das ab. Zeigen Sie auf einem Großbild über 65 Zoll Sport, nennt die GEMA dafür das zweite Paket. Was für kleinere Bildschirme gilt, nennt die Seite nicht; das klären Sie mit der GEMA.
Was kostet die GEMA für ein Restaurant?
Die GEMA nennt auf ihrer Gastronomie-Seite «ab»-Preise pro Monat: Gastronomie S ab 69,10 €, Gastronomie M ab 124,00 € und Gastronomie L ab 184,68 € (Stand der Angaben: Abruf am 12. Oktober 2026; ein Jahr nennt die Seite für diese Beträge nicht). Der Preis hängt von der Raumgröße ab: «Entscheidend ist, welche Räume mit Musik bespielt werden. Diese fließen in die Berechnung ein. Wir verrechnen die Raumgröße in 100-qm-Schritten.» Je mehr Fläche Sie bespielen, desto höher also der Betrag. Ihren eigenen Preis zeigt der Preisrechner im GEMA-Onlineportal. Als Kündigungsfrist nennt die Seite einen Monat zur nächsten Fälligkeit.
Wie melde ich Musik in der Gastronomie bei der GEMA an?
Online. Die GEMA schreibt: «Berechnen Sie jetzt den Preis und melden Sie Ihre Hintergrundmusik im GEMA Onlineportal an.» Sie wählen das Paket, melden sich im Portal an und geben Ihre Daten ein. Wichtig ist der Zeitpunkt: Auf ihrer Hintergrundmusik-Seite bittet die GEMA, die Musik «in time before you start playing it» anzumelden, und auf ihrer Anmelde-Seite heißt es: «Wir müssen einwilligen können, bevor Sie die Musik abspielen.» Melden Sie also vor der Eröffnung an, nicht danach.
Darf ich Spotify im Restaurant laufen lassen?
Mit einem normalen Konto nicht. Spotify schreibt in seinem Hilfeartikel: «Spotify is only for personal, non-commercial use.» Und weiter: «This means you can't broadcast or play Spotify publicly from a business, such as bars, restaurants, schools, stores, salons, dance studios, radio stations, etc.» In den Nutzungsbedingungen (Stand 15.02.2024) räumt Spotify ein Recht zur Nutzung der Inhalte «für persönliche, nicht-kommerzielle Zwecke» ein.
Das sind zwei getrennte Fragen. Die GEMA-Lizenz betrifft die Rechte der Urheber, die Nutzungsbedingungen betreffen Ihren Vertrag mit dem Streaming-Anbieter. Die GEMA nennt Audiostreaming zwar in ihren Paketen, aber das ändert nichts daran, dass der Dienst selbst gewerbliche Nutzung erlauben muss. Ob ein anderer Dienst für den Gastraum infrage kommt, klären Sie mit dem Anbieter und im Zweifel mit der GEMA.
Gibt es GEMA-freie Musik für Restaurants?
Ja, aber mit Aufwand. Die GEMA erklärt auf ihrer Seite zu GEMA-freier Musik: «Even if you use music in public on a permanent basis, e.g. in a pub or retail outlet, we require proof that this music is GEMA-free.» Sie verlangt also einen Nachweis, und zwar über die Anmeldung samt vollständiger Musikfolge: Nur so könne geprüft werden, ob wirklich ausschließlich GEMA-freie Musik gespielt wurde. Wer diesen Weg gehen will, sollte vorher mit der GEMA klären, wie der Nachweis für den Dauerbetrieb im Lokal aussehen muss. Für viele Häuser ist die Lizenz die einfachere Lösung, weil das Radio oder die bekannte Playlist dann weiterlaufen darf.
Was gilt bei Fußball und Fernsehen im Lokal?
Das Paket Gastronomie M nennt die GEMA ausdrücklich für «die großen Sportevents» mit TV-Großbild. Zu den Übertragungen schreibt sie auf ihrer WM-Seite: «bei den Live-Übertragungen der WM werden Musik und Reporterkommentare wiedergegeben.» Für die WM 2026 gab es deshalb einen eigenen WM-Tarif. Ob und welche weiteren Rechte Sie für die Übertragung selbst brauchen, beantwortet die GEMA nicht, denn sie lizenziert die Musik. Fragen Sie dazu den Anbieter Ihres Sportprogramms.
Ist die GEMA dasselbe wie die GEZ?
Nein. Die GEMA vergütet Musikurheber. Der Rundfunkbeitrag, den viele noch «GEZ» nennen, finanziert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk; auf rundfunkbeitrag.de kommt das Wort «GEZ» nicht vor, zuständig ist der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Laut rundfunkbeitrag.de zahlen Unternehmen nach der Zahl ihrer Betriebsstätten, der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der Kraftfahrzeuge und der Gästeunterkünfte. Eine Betriebsstätte ist dort «jede ortsfeste Raumeinheit, die nicht ausschließlich zu privaten Zwecken bestimmt ist». Die Höhe richtet sich nach den durchschnittlich Beschäftigten im vorangegangenen Kalenderjahr: bei 0 bis 8 Beschäftigten je Betriebsstätte 6,12 € im Monat, bei 9 bis 19 Beschäftigten 18,36 €. Anmelden können Sie sich im Service-Portal des Beitragsservice.
| Was läuft | Was Sie brauchen | Quelle |
|---|---|---|
| Radio, CD oder Streaming als Hintergrundmusik | GEMA-Paket, vor dem Abspielen angemeldet (Gastronomie S ab 69,10 € im Monat) | gema.de, Gastronomie |
| Playlist über ein privates Spotify-Konto | Nicht erlaubt: nur persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung | support.spotify.com |
| TV-Großbild über 65 Zoll, Sportübertragung | GEMA-Paket Gastronomie M (ab 124,00 € im Monat) | gema.de, Gastronomie |
| Konzert, DJ, Party im Lokal | Separate Anmeldung als Veranstaltung | gema.de, Gastronomie |
| Nur GEMA-freie Musik | Nachweis gegenüber der GEMA, dass sie GEMA-frei ist | gema.de, GEMA-freie Musik |
| Das Lokal selbst (Rundfunkbeitrag) | Anmeldung der Betriebsstätte; Höhe nach Beschäftigten | rundfunkbeitrag.de |
So macht es Resmuar
Mit Musiklizenzen hat Resmuar nichts zu tun, das regeln Sie mit der GEMA. Resmuar ist die Website mit digitaler Speisekarte, Reservierung und Online-Bestellung für Ihr Haus, zu einem festen Beitrag und ohne Provision. Welche weiteren Pflichten Sie bei der Eröffnung im Blick haben sollten, finden Sie in der Checkliste zur Restaurant-Eröffnung.
Häufige Fragen
Reicht ein leise laufendes Radio ohne GEMA-Anmeldung?
Nicht sicher. Die GEMA nennt Musik öffentlich, wenn sie für «a not entirely small number of people» zugänglich ist, und Radio ist Teil des Pakets Gastronomie S. Fragen Sie im Zweifel bei der GEMA nach.
Kann ich mein privates Spotify-Konto im Lokal nutzen?
Nein. Spotify erlaubt sein Angebot laut eigenem Hilfeartikel nur für persönliche, nicht-kommerzielle Nutzung, ausdrücklich nicht in Bars und Restaurants.
Was kostet die GEMA in der Gastronomie?
Die GEMA nennt Pakete ab 69,10 €, 124,00 € und 184,68 € pro Monat (Abruf am 12. Oktober 2026); der Preis richtet sich nach den bespielten Räumen in 100-qm-Schritten. Ihren Betrag zeigt der Preisrechner im GEMA-Onlineportal.
Wann muss ich die Musik anmelden?
Vor dem Abspielen. Die GEMA schreibt: «Wir müssen einwilligen können, bevor Sie die Musik abspielen.» Melden Sie also vor der Eröffnung an.